Politische Mode

In meinem DAAD-Interview (für ein USA-Stipendium) wurde ich gefragt, ob Mode politisch sein kann. Ich antwortetet mit ja, das kann sie in vielen Fällen sein. Mein Beispiel war Hussein Chalayan mit seiner Kollektion aus tragbaren Möbeln, mit der er seine Entwurzelung ausdrücken wollte. Die im Jahr 2000 kursierenden Bilder von Kosovo-Flüchtlingen hatten ihn dazu inspiriert, das Hab und Gut, welches Menschen auf der Flucht zurücklassen müssen, in Kleidung zu integrieren und so zu verstecken – Sessel wurden zu Koffern, ein Rock zu einem Tisch etc. Seine eigene Familie war 1978 von Zypern nach England gezogen, als er acht Jahre alt war. Das Bedürfnis, Erinnerungen aus der Heimat mitzunehmen und seine persönliche Entwurzelung, drückte er in diesen tragbaren Möbeln aus.

Wie das aber so ist, mit so wichtigen Gesprächen, fallen einem im Nachhinein tausend bessere Antworten ein. In diesem Fall vor Allem einfachere, auf der Hand liegendere, wie Hippie-kleidung, die Lederjacken der Counterculture in den 50ern, und eigentlich jede Subkultur, vom Punk bis hin zum  Emo. Denn selbst wenn eine Subkultur a-politisch ist, ist doch ihre Entstehung immer in irgendeiner Weise politisch beeinflusst.

Weitere Beispiele für politische „Mode“

  • Uniformen
  • die Jeans
  • Farben, die für bestimmte Parteien stehen (speziell Krawatten von Politikern)
  • Michelle Obama
  • Make Love not War
  • Pali-Tücher
  • Print Shirts mit politischen Aussagen

Gut, Shirts mit Prints und Messages sind nicht wirklich High Fashion, aber doch eine ziemlich  direkte, plakative Art mit Mode eine Meinung auszudrücken. Diese ist oft politisch. Ich habe hier mal eine kleine Galerie für Euch zusammengetragen. Bitte beachtet, dass diese Shirts nicht meine Meinung wiederspiegeln, sondern nur eine Auswahl an politischen Statements darstellen sollen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tja und dann können solche Shirts auch politische Reaktionen hervorrufen, wie zum Beispiel das „Obama is my Slave“-Shirt. Der Träger eines dieser Shirts wurde, meiner Meinung nach zu Recht, dafür verprügelt und will nun den Designer des Shirts dafür verklagen. Ja, in dieser Welt leben wir.

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2 Gedanken zu “Politische Mode

  1. Wow, die Kollektion von Hussein Chalayan kannte ich gar nicht und schon gar nicht seine „Inspirationsquelle“… finde ich gerade sehr interessant!

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