CECIL BEATON: THE NEW YORK YEARS

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 08.01.2012 bei globe-m

Cecil Beaton, eine der schillerndsten Persönlichkeiten New Yorks – von den Roaring Twenties bis zu den Swinging Sixties – wird derzeit im Museum der Stadt New York mit einer Ausstellung seiner Fotografien und Kostümdesigns gewürdigt.

Künstlerische Einflüsse

Nachdem Beaton bei Paul Tanqueray in London die Kunst des Fotografierens gelernt hatte, begann er 1927 regelmäßig für die britische Vogue als Fotograf zu arbeiten. Seine enge Freundschaft zu anderen kreativen Köpfen seiner Zeit, unter anderem zu den sogenannten Bright Young People – Künstler, Aristokraten und Socialites der Zwanziger Jahre -, und zu dem Fotografen Horst P. Horst, sowie der stete künstlerische Gedankenaustausch mit ihnen, beeinflussten Beaton’s Bildsprache, die zwar am eleganten Vorbild der Modeillustrationen um die Jahrhundertwende orientiert war, doch auch moderne Anleihen einfließen ließ: Eine Fotografie beispielsweise zeigt ein Modell, in Belle Epoque Manier posierend, vor einem Action Painting von Jackson Pollock.

Britische Schaffensperiode

Als Hoffotograf der Royals zeichnete er verantwortlich für die berühmten Hochzeitsbilder des Duke of Windsor mit der Schauspielerin Wallis Simpson (danach Duchess of Windsor). Als sein beliebtestes Modell jedoch bezeichnete er Queen Mum. Durch das Bild eines verwundeten Mädchens im Krankenbett, welches Opfer der deutschen Luftangriffe auf London geworden war, machte sich Beaton auch als Kriegsfotograf einen Namen. Solche Bilder beeinflussten auch die Meinung in den USA und stimmten die dortige Bevölkerung auf einen amerikanischen Kriegseintritt ein.

And the Oscar goes to…

Zwischen New York, Paris und London pendelnd, arbeitete Beaton weiter als Modefotograf. Neben moderneren Strecken, wie jenen von Richard Avedon, wirkte seine Ästhetik ab den 1960ern jedoch veraltet. Beaton suchte sich ein neues Betätigungsfeld und erlangte weltweiten Ruhm  mit seinen Kostüm- und Setdesigns für Broadwayproduktionen, sowie Kreationen für die Oper. Als My Fair Lady vom Broadway auf die Leinwand umzog, designte Beaton die Kostüme für die legendäre Verfilmung mit Audrey Hepburn. Er erhielt, wie bereits zuvor für Gigi, auch für My Fair Lady einen Academy Award für das beste Kostümdesign.

Portraitfotos

Neben seinen Modefotografien zeigt die liebevoll gestaltete Ausstellung auch einige seiner bekanntesten Portraits von Stars und Berühmtheiten wie Greta Garbo, Mick Jagger, Katherine Hepburn, Audrey Hepburn, Marilyn Monroe, und Diana Vreeland. Zusätzlich werden Seiten aus seinen pikanten, handgeschriebenen und skizzierten Tagebüchern ausgestellt, welche Beaton noch zu Lebzeiten veröffentlichte.

Weitere Informationen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Februar.

Museum of the City of New York,
1120 Fifth Avenue at 103rd Street
New York, New York

Öffnungszeiten: Mo.-So. 10.00 -18.00 Uhr

Ab dem 8. Januar zeigt auch das Londoner Victoria and Albert Museum eine Ausstellung zu Beaton unter dem Titel Queen Elizabeth II by Cecil Beaton: A Diamond Jubilee Celebration

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