JOHN CHAMBERLAIN – CHOICES

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 14.03.2012 bei globe-m 

Der amerikanische Künstler John Chamberlain ist am besten bekannt für seine Skulpturen aus alten, verschrotteten Autoteilen. Nach dem Tod des Künstlers im vergangenen Dezember im Alter von 84 Jahren widmet ihm derzeit das Guggenheim Museum in New York eine eigene Ausstellung unter dem Titel Choices – die erste in den USA seit 1986.

Expressionismus in 3-D

Der spiralförmig aufsteigende Pfad, der sich an der Außenwand des eindrucksvollen architektonischen Bauwerks entlang schlängelt, ist gespickt mit Chamberlains Schöpfungen: metallene Skulpturen, die an Unfälle erinnern und gleichzeitig expressionistische Gemälde in 3-D Objekte zu übersetzen scheinen. Er fängt damit die Vergänglichkeit des Lebens und die Langlebigkeit der Kunst in seinen Objekten ein, erzählt die Geschichte von Technologie und Fortschritt und erinnert gleichzeitig an die Unkontrollierbarkeit höherer Gewalt.

Schaffensprozess

Doch nicht nur Metall diente dem Künstler als Material, er nutzte auch Papier und Plexiglas. Auch die Auseinandersetzung mit Worten sind Teil seines Schaffensprozesses. Um seine Objekte zu benennen, benutzte er Karteikarten mit Worten, die er wahllos miteinander kombinierte. Später ging er dazu über, dies mit Buchstaben zu praktizieren, um dem Betrachter möglichst viel Interpretationsspielraum zu lassen.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Die New York Times schrieb über ihn, er sei ein Genie der Farben, der „den Schrottplatz als seine Farbpalette“ benutze. Und tatsächlich, die wenigen Bilder an den Wänden bestehen aus weggeworfenem Papier, Metall und Plastikteilen, die auf eine Leinwand getackert wurden; seine Skulpturen wie „Spinxgrin Two“, ein überdimensionaler Aluminiumbogen, der an ineinander verdrehte Kaugummipapierchen erinnert, sehen aus wie die Überreste der heutigen Zivilisation. Müll ist das, was übrig bleibt, wenn Menschen konsumieren, so scheint Chamberlain sagen zu wollen, die vergessenen Dinge, die unsere Welt so komfortabel machen, aber keinen Dank dafür erhalten. Deshalb erhebt er sie zur Kunst.

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist noch bis 13. Mai zu sehen.

Guggenheim Museum,
1071 Fifth Avenue, at 89th Street;
New York, New York
(212) 423-3500

Öffnungszeiten:

So –Mi, Fr: 10:00 – 17:45 Uhr
Sa: 10:00 – 19:45 Uhr
Donnerstags geschlossen.

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