Prada Meets Schiaparelli – Met Museum Exhibition

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 21. 05. 2012 bei globe-m

Das Metropolitan Museum ist bekannt für seine jährlichen Ausstellungen zum Thema Mode und die dazugehörige Gala mit Stars auf dem roten Teppich. In diesem Jahr werden zwei der einflussreichsten italienischen Modedesignerinnen mit einer Ausstellung der Superlative gewürdigt: Schiaparelli and Prada – Impossible Conversations.

Die Konversation der Grand Dames

In einer Videoinstallation, in der die beiden Grand Dames gemeinsam an einer Tafel dinieren – Schiaparelli gespielt von Judy Davis – und über Mode, Kunst und deren Schnittstelle philosophieren, erkundet Baz Luhrman Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Modeschöpferinnen und stellt die Frage, ob die beiden Frauen eine Freundschaft verbunden hätte.

Kunst und Mode – Elsa Schiaparelli und die Surrealisten

Ähnlichkeiten in ihrem Umgang mit Mode gibt es eindeutig zu genüge. Elsa Schiaparelli, deren Hauptschaffensphase in der Zeit zwischen den Weltkriegen anzusiedeln ist, gelang auf einzigartige Weise, Kunst und Mode zu vereinen. In Zusammenarbeit mit Surrealisten wie Cocteau und Dali schuf sie Kollektionen, die weit über die bis dato vorherrschenden Grenzen der Mode hinausgingen. Sie integrierte die Bildsprache der Künstler in ihre Entwürfe, ließ Knöpfe in Insektenform anfertigen oder Hüte in Schuhform. Zu besonderer Berühmtheit gelangte das Hummerkleid (Lobster dress), das Dalì mit einem Hummer bemalte. Getragen wurde es von Wallis Simpson, der späteren Duchess of Windsor, in einer Fotostrecke. In der Ausstellung ist auch das Fetzenkleid (Tears dress) zu sehen, das von Dalìs Werk „Three Young Surrealist Women Holding in their Arms the Skins of an Orchestra” inspiriert wurde.

Grenzgänge bei Prada

Auch Prada ist mit ihren Kollektionen immer wieder eine Grenzgängerin. Großflächige, ironische Drucke und ungewöhnliche Materialmixe sind ihr Markenzeichen, sie experimentiert gerne an der Grenze des guten Geschmacks und wühlt tief in der Inspirationskiste der Vergangenheit. Ob, wie in der aktuellen Kollektion, grafische Muster im Sechziger Jahre Retrolook oder bei ihrer Miu Miu-Linie Herrenanzüge der Siebziger Jahre, Miuccia Prada gelingt es, noch so vermeintlich Unschönes eine coole Modernität zu verleihen.

Gemeinsamkeiten und Gegensätze

Mut zur Hässlichkeit, so ließe sich die gemeinsame Ideologie wohl am besten formulieren, ist das gemeinsame Credo der beiden Italienerinnen. Doch gibt es auch Unterschiede in ihren Lebens- und Modephilosophien. So diskutieren sie in der Videoinstallation auch über die Verbindung von Kunst und Mode:

Schiaparelli: „Modedesign . . . ist für mich kein Beruf, sondern Kunst.

Prada: „Modedesign ist kreativ, aber es ist keine Kunst. Modedesigner machen Kleidung und die müssen sie verkaufen. Wir haben weniger kreative Freiheit als Künstler. Aber um ehrlich zu sein, ob Mode nun Kunst ist oder nicht, interessiert mich nicht besonders. Vielleicht ist nichts Kunst. Wen kümmert’s?“

Schiaparelli: „Wäre ich nicht durch puren Zufall Modeschöpferin geworden, ich hätte genauso gut Bildhauerin werden können.“

Prada: „Ich wollte nie eine Künstlerin sein. Ich wollte nie Künstlerin genannt werden. Der Begriff selbst scheint mir veraltet. Es ist ein Begriff, der nicht zu unserer modernen Zeit passt. Und er ist so einschränkend. Was ich an der Mode liebe, ist ihre Zugänglichkeit und Demokratie. Jeder trägt sie, und jeder hat eine Beziehung zu ihr.“

Weitere Informationen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. August 2012

Prada and Schiaparelli – Impossible Conversations

Metropolitan Museum of Art
1000 Fifth Avenue (at 82nd Street)
New York, NY 10028

Di–Do: 9:30 -17:30 Uhr
Fr & Sa: 9:30 – 21:00 Uhr
So: 9:30 – 17:30 Uhr

Montags geschlossen

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