Technosensual – Mode trifft Technologie

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 30.08. 2012 bei globe-m

Im qaurtier21, Teil des Museumsquartiers in Wien, sind derzeit einige der wohl fortschrittlichsten Kleidungsstücke ausgestellt: Kleider, die Cocktails mischen oder Körpergeräusche remixen, sich von selbst bewegen oder sich gar selbst designen.

Die volle Bandbreite der technischen Zukunftsmusik ist in der Ausstellung Technosensual zu sehen.

Kleidung als soziale Haut

Kuratorin Anouk Wipprecht steuerte gleich drei Visionen aus ihrer eigenen Kreativwerkstatt zu der Sammlung bei: Ihre Pseudomorphs sind Kleider, die über Sensoren auf menschliche Nähe reagieren und Farbe absondern, die dann vom Material aufgesogen wird. So entstehen individuelle, zufällige Muster, die die Stücke zu wahren Unikaten machen. Ihre zweite Kopfgeburt ist das sogenannte Intimacy 2.0, eine Zusammenarbeit mit Studio Rosegaared. Dessen intelligente elektronische Folien verändern sich durch Interaktion mit Menschen von durchsichtig zu opak und umgekehrt.

Aufblasbare Haut und  tragbarer Lügendetektor

Local Androids, das sind die Geschwister Cor und Leonie Baauw. Ihre Kreation ohne Namen besitzt ein Halsteil, das menschliche Haut imitiert, die pulsiert, sich aufbläst und bei Berührung Luft wieder ablässt. Melissa ColemansHoly Dress hat Metallstäbe integriert, die die Trägerin mit einem Stromschlag bestrafen, wenn sie lügt, dadurch wird sie zur „Märtyrin für die Wahrheit“.

Schuppenpanzerkleider und schluckbares Parfüm

Besonders eindrucksvoll auch Lucy McRaes Visionen: die Australierin zeigt in der Ausstellung Videos ihrer Werke. Zum Beispiel Chlorophyll Skin, ein Kleid aus Wattestäbchen, die sich mit Farbe vollsaugen und wie der Schuppenpanzer eines Tieres wirken. Auch ihre Idee eines schluckbaren Parfüms, Swallowable Parfum, ist interessant. Duftstoffe werden einfach in einer Kapsel oral eingenommen und durch Transpiration wieder an die Umwelt abgegeben. Der Duft verfliegt dadurch nicht so schnell wie bei herkömmlichen Parfüms.

Die Künstler und Künstlerinnen, die vorwiegend aus den Niederlanden kommen, überraschen mit kreativen, zukunftsweisenden und teils abwegigen Ideen, mit Sicherheit aber inspirieren sie zum Nachdenken über die Zukunft unserer Kleidung.

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist täglich von 10-19 Uhr zu sehen,
noch bis zum 2. September 2012.
Museumsplatz 1/5
1070 Wien

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