Nackte Männer – der Akt als Politikum

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 29.12. 2012 bei globe-m

Ob die Venus von Willendorf, die von Milo oder Kate Moss: Weibliche Formen künstlerisch darzustellen ist eine uralte Konvention in der Kunst, die nie an Faszination verliert. Doch auch der nackte Mann hat immer wieder künstlerisch Beachtung gefunden. Nackte Tatsachen zeigt jetzt das Leopold Museum in Wien.

Die problematische Nacktheit des Mannes

Die Herren der Schöpfung und ihre muskulösen Körper faszinierten nicht nur im alten Griechenland: Bis heute ist der männliche Akt ein künstlerisches Faszinosum. Doch hat die Darstellung des gänzlich unbekleideten Mannes ein Imageproblem. Während weibliche Nacktheit in der Kunst heute vollkommen akzeptiert ist, dürfen Männer andere nackte Männer nicht sehen wollen; wenn doch, wird sofort von Homoerotik gesprochen.

Von der Antike ins Jetzt

Die Ausstellung ist in drei Abschnitte gegliedert, hinzu kommt ein Prolog, der den geschichtlichen Rahmen liefert. Er spannt den Bogen mit Darstellungen aus Ägypten und Rom über Akte von Auguste Rodin und Fritz Wotruba bis hin zu Heimo Zoberings Untitled, einer männlichen Schaufensterpuppe mit der Aufschrift „Sale“.
Die übrigen Schwerpunkte umfassen „Klassizismus und die Kraft der Venunft“, „Klassische Moderne“ und „Tendenzen nach 1945“. Darunter finden sich Darstellungen antiker Sagenhelden wie Daedalus und Icarus von Charles Paul Landon, Selbstbildnisse, zum Beispiel von Richard Gerstl, Fotografien wie das Flötenkonzert von Wilhelm von Gloeden, die Sieben Badenden von Cézanne, und (post)moderne Werke wie Querelle von Andy Warhol oder Fillette von Louise Bourgeois.

Weitere Informationen

Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Januar 2013.
Leopold Museum im MuseumsQuartier
Täglich: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr

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