Kategorie: Business

Big in Japan: Wieso Deutsche Mode in Asien am Besten Funktioniert

Business 08/04/2016

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Labels wie Bernhard Willhelm, Reality Studio, House of the very Islands, Tata Christiane, Anntian, Vladimir Karaleev, C. Neeon, Hui Hui oder Bless führen mehr Verkaufsstellen in Japan als in ihrem Heimatland Deutschland beziehungsweise Österreich. Wir fragen uns, wieso das so ist. Weiterlesen auf i-d.vice.com

Exit through the Online-Shop – die Revolution des Modezyklus

Business, Fashion 09/03/2016

Dieser Artikel wurde am 19.Februar 2016 auf FashionUnited.de veröffentlicht.

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Darf man es eine Revolution nennen? Eine erdrückende Last an Indizien weist jedenfalls auf mehr als nur eine kleine Disruption der Modeindustrie hin. Hochdekorierte Designer, die bei den wichtigsten Modehäusern aufgrund von mangelnder Freiheit und Freizeit hinschmeißen, weil die Anforderungen zu erdrückend, die Mode-Zyklen zu rasend schnell geworden sind und die Bedingungen für kreatives Schaffen darunter immens leiden. Horrende Marketingbudgets, die für die Verbreitung der neuesten Kollektionsbilder ausgegeben werden, die aber ins Leere laufen, weil die Produkte noch nicht produziert sind und der Hype anschließend ungenutzt verpufft. Verwirrte und verstimmte Kunden, die die neueste Mode zwar auf sämtlichen Social Media Kanälen sehen, aber noch nicht kaufen können. Weiterlesen

Ein Bild von einer Stadt

Business 14/01/2016

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Berlin ist gerade mal wieder ziemlich angesagt: Mit Gucci und Givenchy dienen die brutal urbanen Landschaften der Hauptstadt gleich zwei einflussreichen Modehäusern als Kulisse aktueller Kampagnen.

Wenige Designer lenken das momentane Modegeschehen so sehr mit wie Guccis Kreativdirektor Alessandro Michele. Mit schier allem, was er aktuell aus dem Hut zaubert, generiert der bärtige Italiener neue Hypes. Wenn sich Michele also dazu entschließt, die Gucci-Kampagne für Frühjahr-Sommer-2016 in Berlin zu fotografieren, dann hat das auch Konsequenzen für das Bild der deutschen Hauptstadt – schlagartig hat diese in Sachen Coolness im internationalen Vergleich wieder ein paar Punkte aufgeholt. Gesagt, getan: Michele schickte seine Bande Gucci-Models, darunter übrigens die Deutsche Mia Gruenwald, im 70er-Jahre-Look erst mal auf das Dach des etwas an Farbe verlorenen Maritim-Hotels. Im Hintergrund sind Gebäude der Friedrichstraße zu erkennen, die hell beleuchteten Kuppeln auf dem Gendarmenmarkt, ein Baukran sowie ein paar Plattenbauten-Reliquen aus der ehemaligen DDR – allesamt alte Vertraute im Stadtbild des Berliner Ostens. Weiter geht es bei Achtung Mode, wo der Artikel am 14.Januar 2016 erschienen ist.

#Throwback: Everything you need to know about BFW (Jan. 2012)

Business, Fashion 01/06/2014

This article was published on Guestofaguest in January 2012.

Berlin Fashion Week. Bild via Joachim Schirrmacher.

Berlin Fashion Week. Bild via.

Berlin’s fashion industry has a long and difficult history. Once the center of German fashion from the turn of the century throughout the roaring twenties, and a strong in ready-to-wear contender prior to WWII, most businesses were either disowned by the Nazis or destroyed by war. With the Berlin Wall splitting the city for decades after that, fashion week temporarily moved to other German cities, but never really had a big impact on the fashion world. Yet since the 90’s, this has been changing – Berlin is making its comeback. Weiterlesen

The Brothers Seeberger – The First Street Style Photographers

Business, Fashion, History, Photography 22/04/2014
Junge Frau mit Stoffleopardenhandtasche in Deauville, 1929; Mademoiselle de Szilagyi mit Fischtasche  in Biarritz, 1935.

Junge Frau mit Stoffleopardenhandtasche in Deauville, 1929; Mademoiselle de Szilagyi mit Fischtasche in Biarritz, 1935.

Ihre Namen sind kaum jemandem bekannt, doch die Brüder Seeberger haben einen immensen Beitrag zur Geschichte der Mode geleistet, indem sie diese von 1909-1939 dokumentierten: an den Hotspots der Reichen und Schönen hielten sie den Stil, die Mode und die Gepflogenheiten einer anderen Zeit fest – man kann sie wohl guten Gewissens unter die ersten Streetstylefotografen, beziehungsweise die ersten Societyreporter zählen. (dieser Artikel wurde ursprünglich auf modabot.de veröffentlicht) Weiterlesen

Interview – Le Monde du Voyage, a History of Traveling in Style

Business, Fashion, History, Lifestyle 20/04/2014
Le Monde du Voyage, Marché Saint Ouen

Le Monde du Voyage, Marché Saint Ouen

Helen und Alain Zisul own a shop called Le Monde du Voyage, on Paris‘ antiquity flea market Saint Ouen, selling luxury vintage suitcases and trunks. They’re doing such a good job indeed, Louis Vuitton, Goyard and Hermès are actually buying them back from them for their archives. I talked to the woman behind the business about style, luxury and famous customers. (this interview was published in German on modabot.de) Weiterlesen

Style and the virtual Self

Business 15/08/2013
Tavi: blogger-wunderkind and virtual being

Tavi: blogger-wunderkind and virtual being

A modabot article from 2010, in which I investigate the formation an self-staging of one’s own style and how the virtual self is displayed, sugarcoated and distorted in social media. The facebook, twitter, instagram profile and the blog as the holy shrines of the ego – Read on here (in German)

Designer als Ware

Business 20/04/2012

Dieser Artikel erschien ursprünglich 2012 bei Modabot.de

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Mögliche Galliano-Nachfolger. Foto via anneofcarversville.

Der Designertransfermarkt ähnelt derzeit ein wenig dem des Fussballs. Wer wechselt wohin, wie viel wird bezahlt, steigen die Aktien? Der Posten des Dior-Chefdesigners ist nicht fest besetzt, seit dem unglimpflichen Verschwinden Gallianos, doch die Gerüchteküche kocht heiß, zuletzt über Christopher Kanes möglichen Einstieg; Stefano Pilati verlässt YSL, YSL heuert Hedi Slimane an; Jil Sander feiert ihr Comeback, dafür muss Raf Simons gehen.

Der Persönlichkeitskult um den Designer begann um die letzte Jahrhundertwende, gerade als die Monarchien Europas in ihren letzten Atemzügen lagen. Die Demokratisierung der Mode erhob ihre Kreateure zu den neuen Adligen. Die großen Modehäuser, die in dieser Epoche gegründet wurden, von ca.1910 bis ca. 1990, sind auch diejenigen, die heute noch Einfluss haben.

Paul Poiret erfand sich selbst als Künstler, der Mode machte. Der Modedesigner wurde zu einer höchst mystifizierten Persönlichkeit, Herrscher über die Mode, Diktator der Coolness, Ausstatter der High Society. Coco Chanel, Christian Dior, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani – allesamt nutzten dieses Image des Designers, das des Künstlers am menschlichen Körper, um die Mode ihrer Zeit zu beherrschen. Sie sind bis heute die einflussreichsten Häuser der Mode.
Doch die Designer, die ihnen ihren Namen gaben sind größtenteils verschwunden.

Stattdessen werden von den heutigen Besitzern der Modehäuser – Businessmänner der Riege Bernard Arnaults – die vielversprechendsten jungen Talente eingekauft, um den Luxusmarkt und den Mythos des Universalgenies Designer weiter am Laufen zu halten.
Denn, wie Dana Thomas in Deluxe. How Fashion Lost Its Luster schreibt: “the luxury industry is the only area in which it is possible to make luxury margins”.

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Bernard Arnault. Foto: via fashionweekdaily

Man kann sicherlich argumentieren, dass dieses neue Businessmodell die großen Häuser gerettet habe – möglicherweise hätten viele Labels ohne den Schirm von LVMH, PPR und der Gucci Group, sowie deren Lizenzen, die Umwälzungen der letzten 20 Jahre nicht überlebt. Wenn es aber in der Luxusindustrie weder um Qualität, noch um die Aura ihrer Schöpfer geht, wie viel Agenda kann ein junger Designer dann noch haben?
Wenn Designer nur noch für Profitmaximierung eines nicht ihnen gehörenden Labels zuständig sind, wie kreativ kann dann ihre Mode sein? Ähnlich wie beim Fussball, um an der Analogie festzuhalten, wo zwar die Clubs bestehen bleiben, die Spieler aber wechseln, stagniert die Mode derzeit. Um wirkliche Umsätze zu erzielen, muss ein Label bereits einen etablierten Namen haben, denn Luxus bedeutet heute nicht mehr im selben Maße wie früher hochwertige Verarbeitung und Materialien, sondern das richtige Etikett im Kragen.
Deshalb ist der Designer zum Gebrauchsgut “verkommen”. Labels haben Fans, Designer schießen die Tore oder werden auf die Ersatzbank verbannt.

Loic Prigeant sagte vor Kurzem bei einem Screening seines Dokumentarfilms “Marc Jacobs and Louis Viutton” am FIT, dass all die Modehäuser in welchen er gefilmt habe (Chanel, Dior, Lanvin u.a.) noch heute vom geist ihrer Gründer erfüllt seien: bei Chanel besipielsweise herrsche eine genauso gemeine Stimmung wie die der Gründerin, die ihre Angestellten des Morgens auf Toilette inspizierte und Streikende feuerte.
Marc Jacobs habe Glück gehabt, so Prigent weiter, denn Louis Vuitton habe keinen Mythos um seinen Gründer, er habe den Raum, sich dort zu entfalten.
Die Geister der Vergangenheit scheinen die Branche, die das Morgen ausstattet, zumindest in Europa, fest im Griff zu haben.

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Coco Chanel. Foto via loveisspeed.

Carla Sozzani, Chefredakteurin der Vogue Italia, von Le Monde gefragt, warum Italien seit Dolce & Gabbana keine neuen Modehäuser mehr hervorgebracht habe, erklärte ihre Sicht der Dinge folgendermaßen: “Die jungen Designer heute haben keine Lust zu leiden. Sie wollen lieber von den großen Gruppen für einen glorreichen Posten angeworben werden, anstatt sich selbständig zu machen. Valentino, Armani, Dolce & Gabbana haben es geschafft, weil sie etwas ausdrücken wollten und sie haben für ihr Ziel gearbeitet.
Man kann es eine Art von Egoismus nennen, wenn man nicht für seine Kunst leiden will, oder?”

Eines steht fest: die Modeindustrie hat sich gewandelt, seit sie von Konglomeraten regiert wird, und diese herrschen gerne alleine. Allentscheidend sind Umsatzzahlen und das Image. Die Mode – zwar immer schon eine Industrie der Gebrauchsgüter – scheint ihre Verankerung in der Kunst zu verlieren.
Eine Frage bleibt jedoch: wo wäre die Kunst – beziehungsweise die Mode – heute, ohne das Leid und die Freiheit ihrer Künstler?