Entdeckt: Julia Seemann

Business 22/09/2016

Julia Seemann

Dieser Artikel erschien am 22. September 2016 bei Achtung.

Im Trubel der London Fashion Week S/S17 mit ihren 83 Designern auf den Laufstegen und 150 weiteren in den Showrooms — und das sind nur die offiziellen Zahlen — kann es schon passieren, dass einem ein verstecktes Juwel durch die Lappen geht. Julia Seemann fiel uns während der Vorbereitungen auf die Londoner Modewoche dank ihres deutsch klingenden Namen im Dickicht der ellenlangen Labellisten auf. Kein Wunder, dass wir an ihrem Showspace einmal vorbeischlendern wollten. Weiterlesen

 

Gemeinsam stark: GmbH

Fashion 15/09/2016
bildschirmfoto-2016-09-15-um-16-51-27
Gruppenbild: Das Berliner Modekollektiv GmbH. Fotografie: Benjamin Huseby
Dieser Artikel erschien bei Achtung Online am 22.August 2016

Ein neues Modekollektiv aus Berlin feiert den „Neotribalismus“

Ein Modelabel, geboren aus der Berliner Partyszene, sorgt in der Modewelt bereits für Furore, noch bevor das erste Kleidungsstück ausgeliefert ist. Der Hype um GmbH knüpft an eine Entwicklung an, als deren Vorreiter aus jüngerer Zeit das Pariser Kollektiv um Vetements Demna Gvasalia zu nennen ist. Mit GmbH hat nun Berlin sein eigenes angesagtes Modekollektiv

Weiterlesen

Best of Both Worlds: Montréal

Business 29/07/2016

HEADER_Montreal_LofficielDieser Artikel erschien am 27.Juli auf L’officiel.de

Weiter geht’s mit unseren Reisetipps: Die kanadische Provinz Quebec, mit ihrer Haupstadt Montréal, bildet die perfekte Mélange aus amerikanischemLifestyle und französischem Joie de Vivre. Unsere Autorin war vor Ort und verrät ihre Highlights

Ein wenig verwirrend ist es schon: Wo man hinsieht, fette SUV’s auf den Straßen, die Typen alle muskelbepackt und oben ohne, die Mädels in Sportklamotten, so als kämen sie gerade von der Barr Class – oder was immer sonst gerade der neueste Fitness Craze ist. Gefühlt, ganz klar:Amerika. Doch dann: Die Straßen heißen plötzlich Boulevard Saint-Laurent oder Rue Notre-Dame, die sportlichen Menschen rauchen oder trinken Wein, essen Austern und Fromage und sprechen dabei dreckiges Französisch.
Weiterlesen

Der Einfluss der Muslima auf die Mode

Critical Thinking, Fashion 15/04/2016

die-macht-der-muslima-ber-die-mode-1460448582

Frauen nach gewohnter Manier das eurozentristische Konzept von Freiheit und Emanzipation aufdrücken zu wollen, ist eine veraltete Denkweise, die mehr Unterdrückung schafft, als sie abbaut. Nach dem Launch der ersten Hijab-Kollektionen von Dolce&Gabanna, Uniqlo & Co. fragen wir uns, wie man eine Modekultur schafft, in der jede Frau für sich selbst den Begriff „Freiheit“ definieren kann. Weiterlesen auf i-D.

Tim Labenda: „Der Handel ist in einer Schockstarre“

Fashion 08/04/2016

10333412_10204474161000348_3986075780073007137_o

Tim Labenda, portraitiert von Markus Jans

Für Tim Labenda hagelte es in den vergangenen Jahren Nominierungen und Preise aller wichtigen Nachwuchsförderungen im deutschsprachigen Raum. Ganz neu kommt auch noch eine Nominierung für den prestigeträchtigen Woolmark Price hinzu. Man sollte meinen, wenn es einem finanziell gut geht in der deutschen Jungdesignerszene, dann wohl Tim Labenda. Doch der Designer zeichnet ein anderes Bild von seiner und der Lage der Designerförderung in Deutschland im Allgemeinen. Weiterlesen auf www.fashionunited.de

Exit through the Online-Shop – die Revolution des Modezyklus

Business, Fashion 09/03/2016

Dieser Artikel wurde am 19.Februar 2016 auf FashionUnited.de veröffentlicht.

Athroughthe1

Darf man es eine Revolution nennen? Eine erdrückende Last an Indizien weist jedenfalls auf mehr als nur eine kleine Disruption der Modeindustrie hin. Hochdekorierte Designer, die bei den wichtigsten Modehäusern aufgrund von mangelnder Freiheit und Freizeit hinschmeißen, weil die Anforderungen zu erdrückend, die Mode-Zyklen zu rasend schnell geworden sind und die Bedingungen für kreatives Schaffen darunter immens leiden. Horrende Marketingbudgets, die für die Verbreitung der neuesten Kollektionsbilder ausgegeben werden, die aber ins Leere laufen, weil die Produkte noch nicht produziert sind und der Hype anschließend ungenutzt verpufft. Verwirrte und verstimmte Kunden, die die neueste Mode zwar auf sämtlichen Social Media Kanälen sehen, aber noch nicht kaufen können. Weiterlesen

Ein Bild von einer Stadt

Business 14/01/2016

Gucci_Kampange_Spring_Summer_2016-cf2709b519be4f38

Berlin ist gerade mal wieder ziemlich angesagt: Mit Gucci und Givenchy dienen die brutal urbanen Landschaften der Hauptstadt gleich zwei einflussreichen Modehäusern als Kulisse aktueller Kampagnen.

Wenige Designer lenken das momentane Modegeschehen so sehr mit wie Guccis Kreativdirektor Alessandro Michele. Mit schier allem, was er aktuell aus dem Hut zaubert, generiert der bärtige Italiener neue Hypes. Wenn sich Michele also dazu entschließt, die Gucci-Kampagne für Frühjahr-Sommer-2016 in Berlin zu fotografieren, dann hat das auch Konsequenzen für das Bild der deutschen Hauptstadt – schlagartig hat diese in Sachen Coolness im internationalen Vergleich wieder ein paar Punkte aufgeholt. Gesagt, getan: Michele schickte seine Bande Gucci-Models, darunter übrigens die Deutsche Mia Gruenwald, im 70er-Jahre-Look erst mal auf das Dach des etwas an Farbe verlorenen Maritim-Hotels. Im Hintergrund sind Gebäude der Friedrichstraße zu erkennen, die hell beleuchteten Kuppeln auf dem Gendarmenmarkt, ein Baukran sowie ein paar Plattenbauten-Reliquen aus der ehemaligen DDR – allesamt alte Vertraute im Stadtbild des Berliner Ostens. Weiter geht es bei Achtung Mode, wo der Artikel am 14.Januar 2016 erschienen ist.

David Bowie Retrospektive im Gropius-Bau – Now you see me, now you don’t

Art, Lifestyle, Photography 16/06/2014
“Heroes” Contact Print (Piece No. 32), 1977

“Heroes” Contact Print (Piece No. 32), 1977

Dieser Artikel erschien in der Juniausgabe von Traffic News to Go.

„All art is unstable. Its meaning is not necessarily that implied by the author. There is no authoritative voice. There are only multiple readings.“ David Bowie, 1995

So lautet das Zitat an der Eingangswand, welche den Besucher der Ausstellung vorbereiten soll auf das, was ihn im Folgenden erwartet: Ein Sammelsurium an Musik, Kostümen, Gemälden, Zeichnungen, Schriftstücken, Fotografien, Videos, und anderen Einblicken in das, was zusammengesetzt im eine Person ergeben soll, gefühlt aber mehrere. David Bowie, dem diese Ausstellung des Londoner Victoria & Albert Museums nun im Martin- Gropius-Bau in Berlin versucht Herr zu werden, lässt sich nicht so leicht dingbar machen. Weiterlesen

#Throwback: Everything you need to know about BFW (Jan. 2012)

Business, Fashion 01/06/2014

This article was published on Guestofaguest in January 2012.

Berlin Fashion Week. Bild via Joachim Schirrmacher.

Berlin Fashion Week. Bild via.

Berlin’s fashion industry has a long and difficult history. Once the center of German fashion from the turn of the century throughout the roaring twenties, and a strong in ready-to-wear contender prior to WWII, most businesses were either disowned by the Nazis or destroyed by war. With the Berlin Wall splitting the city for decades after that, fashion week temporarily moved to other German cities, but never really had a big impact on the fashion world. Yet since the 90’s, this has been changing – Berlin is making its comeback. Weiterlesen

The Brothers Seeberger – The First Street Style Photographers

Business, Fashion, History, Photography 22/04/2014
Junge Frau mit Stoffleopardenhandtasche in Deauville, 1929; Mademoiselle de Szilagyi mit Fischtasche  in Biarritz, 1935.

Junge Frau mit Stoffleopardenhandtasche in Deauville, 1929; Mademoiselle de Szilagyi mit Fischtasche in Biarritz, 1935.

Ihre Namen sind kaum jemandem bekannt, doch die Brüder Seeberger haben einen immensen Beitrag zur Geschichte der Mode geleistet, indem sie diese von 1909-1939 dokumentierten: an den Hotspots der Reichen und Schönen hielten sie den Stil, die Mode und die Gepflogenheiten einer anderen Zeit fest – man kann sie wohl guten Gewissens unter die ersten Streetstylefotografen, beziehungsweise die ersten Societyreporter zählen. (dieser Artikel wurde ursprünglich auf modabot.de veröffentlicht) Weiterlesen

Interview – Le Monde du Voyage, a History of Traveling in Style

Business, Fashion, History, Lifestyle 20/04/2014
Le Monde du Voyage, Marché Saint Ouen

Le Monde du Voyage, Marché Saint Ouen

Helen und Alain Zisul own a shop called Le Monde du Voyage, on Paris‘ antiquity flea market Saint Ouen, selling luxury vintage suitcases and trunks. They’re doing such a good job indeed, Louis Vuitton, Goyard and Hermès are actually buying them back from them for their archives. I talked to the woman behind the business about style, luxury and famous customers. (this interview was published in German on modabot.de) Weiterlesen

Style and the virtual Self

Business 15/08/2013
Tavi: blogger-wunderkind and virtual being

Tavi: blogger-wunderkind and virtual being

A modabot article from 2010, in which I investigate the formation an self-staging of one’s own style and how the virtual self is displayed, sugarcoated and distorted in social media. The facebook, twitter, instagram profile and the blog as the holy shrines of the ego – Read on here (in German)

90s Series: Hipster-Inspiration from the Past

(Pop)culture, Fashion 22/06/2013
The Bill Cosby Sweater, Pinnacle of 2010's Style.

The Bill Cosby Sweater, Pinnacle of 2010’s Style.

In High Fidelity, Jack Black accuses John Cusack of wearing a Bill Cosby Sweater. Fast Forward to 2013, and voilà: insult no more. Today, Rob would turn around and say: „Thanks, dude, I found this at a vintage store for only two bucks, can you imagine?“ Jackie from Roseanne, Bill Cosby and the crew of Beverly Hills 90210 serve as the ultimate ironic style icons of our self-replicating postmodern era. Continue reading here.

Don’t Wear Our Fashion – The Challenges of Brand PR

Critical Thinking, Fashion, Theory 07/05/2013
Burberry Post-Chav-Image-Campaign

Burberry Post-Chav-Image-Campaign

This is a translation of a post that was published here in May 2012

For a brand, especially in the luxury sector, it is of highest importance to keep control over who identifies with it and why. Luxury brands, in order to justify their margin and their status, have to keep their supply artificially low and their perceived customer richer, more beautiful and more fashionable than average. Sometimes, however, brands are kidnapped by the wrong kind of customer and lose control over their image. Looking at the cases of Burberry or Stone Island, there are ways to manage the crisis. Weiterlesen

1+1=3. Modekooperationen und ihre Ergebnisse

Fashion 20/12/2012
Dieser Artikel erschien ursprünglich 2012 bei Modabot.de
cq5dam.web.648.365.png

Das Kooperationskarussell dreht sich weiter: Who’s next?

Vor nicht allzu langer Zeit berichteten wir über den Blog Fashematics, der Runway-Looks auf gewitzte Weise in ihre Bestandteile aus Popkultur und Produkten aufdröselt.
Auch Modelabels haben schon lange die Macht der Addition verstanden, und suchen sich geeignete Partner für Kooperationen in Designern oder sogar modefremden Kreativen und Celebrities. H&M, Target und Topshop machen schon seit langem vor, wie doppelte Designpower auch die Medienwirksamkeit multipliziert und Umsätze vervielfacht.
Kooperationen ergeben mehr als die Summe ihrer Einzelteile, sowohl im Designoutput als auch in der finanziellen Bilanz. Hier eine Auswahl zur Frage: welche Gleichungen gingen auf, und weshalb sich die Rechnerei lohnt.

Adidas Originals X Jeremy Scott (2003-heute)
Adidas, der weltgrößte Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach und Jeremy Scott, der exzentrische Modedesigner aus Kansas City, haben neben einer uncoolen Geburtsstätte wenig gemeinsam. Gerade deshalb läuft vielleicht ihre Kooperation seit 2008 so gut.
Scott ist bekannt für seine schreienden Kreationen, stattet regelmäßig Popstars für Videos oder Shows aus – Britney Spears, Lady Gaga, Katy Perry und selbst Miss Piggy zählen zu seinen Kundinnen – Adidas hilft Sportlern zu Höchstleistungen und kooperiert gerne mit Avantgarde Labels.
Gegensätze ziehen sich eben tatsächlich an. Scott’s unverkennbar kitschig-knallige Handschrift und die drei Streifen machen ein gutes Team.

Adidas.jpg 3551200325_d.jpgPlus istgleich.jpg Plus istgleich.jpg js2.jpg js1.jpg
istgleich.jpgistgleich.jpgidasoriginalsjeremyscottautumnwinter2012lookbook5.jpg idasoriginalsjeremyscottautumnwinter2012lookbook10.jpg

United Nude X Iris van Herpen (2009-heute)
United Nude ist an sich schon ein ziemlich cooles Schuhlabel, welches Architektur mit Mode vereint. Die Gründer sind ein niederländischer Architekt und ein englischer Schuhmacher in der 7. Generation – man kann also getrost sagen, United Nude ist der Intellektuelle unter den Avantgardeschuhen, vereint mit Traditionshandwerk.
Nun sucht sich das Label aber auch noch junge Designtalente wie Iris Van Herpen, der Königin der skulpturellen Mode oder Mattijs van Bergen, dem, laut ELLE Holland, “Kronprinzen der holländischen Mode”.
Heraus kommen dabei Schuhkreationen wie von einer anderen Welt, namens “Synesthesia”, “Crystallization” oder “Fang”.
Iris Van Herpen, der beste Fang für United Nude.

photo-0003-0d77.jpg photo-0025.jpgPlus istgleich.jpg Plus istgleich.jpgIrisVHerpenAW0910-264_0.jpg iris-ss12-03.pngistgleich.jpg istgleich.jpgBildschirmfoto 2012-08-09 um 12.49.01.jpg iris-ss12-02.png

Louis Vuitton X Artists Collaborations (2001-heute)
Marc Jacobs ist selbst ein eifriger Kunstsammler, und seine Leidenschaft für moderne Kunst schlägt sich auch in seinen Designs für den französischen Luxusartikelgiganten Louis Vuitton nieder. 2001 kollaborierte das Label mit Graffiti-Künstler Stephen Sprouse, 2003 folgte Takashi Murakami, dem japanischen superflat-Künstler, dessen naiv-kindlich wirkende Ästhetik die Grenzen zwischen “high” und “low” art verwischt.
Der neueste Coup ist die Zusammenarbeit mit Yayoi Kusama, einer japanischen Künstlerin, die in der Pop Art beheimatet ist, ein wiederkehrendes Erkennungsmerkmal in Kusamas Werk sind Polka Dots, allerdings nennt sie diese “infinity nets”.

Louis-Vuitton-Speedy-Bag.jpgPlus istgleich.jpgPlus istgleich.jpg

kusama.jpg Takashi-murakami.jpeg
istgleich.jpg istgleich.jpg
 slideshow_look11.jpg LV CB Pap GL.JPG

Die Beispiele weiterer Kooperationen sind zahllos, und meist bringen sie beiden Beteiligten einen Zuwachs an medialem Interesse, neuen Kunden, die sie anderweitig nicht erreichen können, sowie zusätzlichen Umsatz.
H&M beispielsweise erreichte eine 23% Gewinnsteigerung vor Steuern im Frühjahr 2012, das unter anderem die Marni-Kollektion beinhaltete.
Welche zusätzlichen Beträge bei diesen Deals die Konten wechseln, was also ein Adidas einem Jeremy Scott, oder ein Louis Vuitton einer japanischen Künstlerin bezahlt, lässt sich so einfach nicht herausfinden und ist vermutlich durch Verschwiegenheitserklärungen geklärt.

Fest steht, die Gagen steigen mit anhaltendem Erfolg des Konzepts. Karl Lagerfeld und Stella McCartney sollen 2005 jeweils etwa $1 Million für ihre Dienste bei H&M erhalten haben, Madonna in 2007 bereits 4 Mio. Dollar – die Kollektion brachte dem schwedischen Modekonzern ca. 20 Millionen ein.
Dabei ist die Werbe- und PR-Wirkung für beide Beteiligten noch nicht berücksichtigt. Eine New Yorker Luxusgüter-Research-Firma berechnete beispielsweise den Werbewert der Kooperation zwischen Target und McQ, dem günstigeren Unterlabel von Alexander McQueen im Jahr 2009: 2,1 Millionen war deren Mini-Kollektion an Anzeigenkosten wert.

Kooperationen können Gewinne, Image und Karrieren boosten, sie können diese aber auch besiegeln und stellen für beide Seiten ein Wagnis dar. Isaac Mizrahi, der von 2003 bis 2008 mit Target gemeinsame Sache machte, sagte in einem Interview mit dem Wall Street Journal zu dem Thema: “You’re not selling out, you’re reaching out.”
Eine Gratwanderung ist das allemal – wenn auch Mizrahi zu dem Zeitpunkt seiner Kollaboration nicht mehr viel zu verlieren hatte. Der Designer muss seine Handschrift massentauglich umgestalten und mit niedrigerer Materialqualität umgehen.
Ist er zu nahe an seinem Benchmark, so läuft er Gefahr dieses Alleinstellungsmerkmal seiner eigenen Marke zu entwerten. Ist er zu weit davon entfernt, kann es sein, dass die Kooperation nicht die geplanten Umsätze erzielt. Auch für den Retail-partner kann die gemeinsame Reise also potenziell aufs Glatteis führen. Bisher scheint dies aber ausgeblieben zu sein, die Zusammenarbeitsmaschinerie läuft ungebremst weiter.
Als nächstes stehen Anna Dello Russo und Margiela auf der Discount-Einkaufsliste bei H&M.

Foreign Affairs Festival – Kyohei Sakaguchi’s Zero Yen House

Art 17/09/2012
Kyohei Sakaguchi Zero Yen House

Kyohei Sakaguchi Zero Yen House

Dieser Artikel erschien am 29.09.2012 bei globe-m

Foreign Affairs ist ein Festival für zeitgenössische Performancekunst, das am Freitag mit einer Vernissage des japanischen bildenden Künstlers und Architekten Kyohei Sakaguchi seinen Auftakt fand. Vor dem Haus der Berliner Festspiele stellte dieser sein Mobile House, auch Zero Yen House genannt, auf. Darin spielt der italienische Pianist Marino Formenti drei Wochen lang zwölf Stunden am Tag Klavier. Weiterlesen

Reflecting Fashion – Mode im Museum

Art, Critical Thinking, Fashion, Theory 29/08/2012

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 27. 08. 2012 bei globe-m

Die Grenzen zwischen Kunst und Mode in Frage zu stellen, und über Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider zu reflektieren, ist Ziel der Ausstellung „Reflecting Fashion“ im Wiener mumok (Museum moderener Kunst Stiftung Ludwig Wien).

Künstler und Designer von Weltrang sind in den Hallen des mumok versammelt. Das Gebäude aus Basaltlava und Gusseisen erinnert architektonisch ein wenig an ein antiquiertes Bügeleisen ‑ der Bezug zur Mode ist also gegeben. Weiterlesen

Modefotografie als Spiegel der Zeit

Art, Fashion, Photography 23/08/2012

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 21.08. 2012 bei globe-m

Das C/O Berlin zeigt derzeit eine Sammlung von Modefotografien aus hundert Jahren Verlagsgeschichte Condé Nasts. Der amerikanische Publizist, der unter anderem Magazine wie Vogue und Vanity Fair herausgab, erkannte früh den Wert von Modefotografien als Zeitzeugen einer Epoche und archivierte diese. Weiterlesen

Diane Arbus – Die Schönheit des Hässlichen

Art, Photography 29/06/2012

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 25. 06. 2012 bei globe-m

„Es gibt, gab und wird immer eine unendliche Anzahl von Dingen auf der Erde geben. Alle Individuen sind verschieden, wollen unterschiedliche Dinge, wissen unterschiedliche Dinge, lieben unterschiedliche Dinge, sehen unterschiedlich aus. Alles, was auf der Erde gewesen ist, war anders als alle anderen Dinge.“  ‑ Diane Arbus Weiterlesen

Designer als Ware

Business 20/04/2012

Dieser Artikel erschien ursprünglich 2012 bei Modabot.de

Screen shot 2011-03-02 at 1.39.04 PM.jpeg
Mögliche Galliano-Nachfolger. Foto via anneofcarversville.

Der Designertransfermarkt ähnelt derzeit ein wenig dem des Fussballs. Wer wechselt wohin, wie viel wird bezahlt, steigen die Aktien? Der Posten des Dior-Chefdesigners ist nicht fest besetzt, seit dem unglimpflichen Verschwinden Gallianos, doch die Gerüchteküche kocht heiß, zuletzt über Christopher Kanes möglichen Einstieg; Stefano Pilati verlässt YSL, YSL heuert Hedi Slimane an; Jil Sander feiert ihr Comeback, dafür muss Raf Simons gehen.

Der Persönlichkeitskult um den Designer begann um die letzte Jahrhundertwende, gerade als die Monarchien Europas in ihren letzten Atemzügen lagen. Die Demokratisierung der Mode erhob ihre Kreateure zu den neuen Adligen. Die großen Modehäuser, die in dieser Epoche gegründet wurden, von ca.1910 bis ca. 1990, sind auch diejenigen, die heute noch Einfluss haben.

Paul Poiret erfand sich selbst als Künstler, der Mode machte. Der Modedesigner wurde zu einer höchst mystifizierten Persönlichkeit, Herrscher über die Mode, Diktator der Coolness, Ausstatter der High Society. Coco Chanel, Christian Dior, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani – allesamt nutzten dieses Image des Designers, das des Künstlers am menschlichen Körper, um die Mode ihrer Zeit zu beherrschen. Sie sind bis heute die einflussreichsten Häuser der Mode.
Doch die Designer, die ihnen ihren Namen gaben sind größtenteils verschwunden.

Stattdessen werden von den heutigen Besitzern der Modehäuser – Businessmänner der Riege Bernard Arnaults – die vielversprechendsten jungen Talente eingekauft, um den Luxusmarkt und den Mythos des Universalgenies Designer weiter am Laufen zu halten.
Denn, wie Dana Thomas in Deluxe. How Fashion Lost Its Luster schreibt: “the luxury industry is the only area in which it is possible to make luxury margins”.

Arnault.jpg
Bernard Arnault. Foto: via fashionweekdaily

Man kann sicherlich argumentieren, dass dieses neue Businessmodell die großen Häuser gerettet habe – möglicherweise hätten viele Labels ohne den Schirm von LVMH, PPR und der Gucci Group, sowie deren Lizenzen, die Umwälzungen der letzten 20 Jahre nicht überlebt. Wenn es aber in der Luxusindustrie weder um Qualität, noch um die Aura ihrer Schöpfer geht, wie viel Agenda kann ein junger Designer dann noch haben?
Wenn Designer nur noch für Profitmaximierung eines nicht ihnen gehörenden Labels zuständig sind, wie kreativ kann dann ihre Mode sein? Ähnlich wie beim Fussball, um an der Analogie festzuhalten, wo zwar die Clubs bestehen bleiben, die Spieler aber wechseln, stagniert die Mode derzeit. Um wirkliche Umsätze zu erzielen, muss ein Label bereits einen etablierten Namen haben, denn Luxus bedeutet heute nicht mehr im selben Maße wie früher hochwertige Verarbeitung und Materialien, sondern das richtige Etikett im Kragen.
Deshalb ist der Designer zum Gebrauchsgut “verkommen”. Labels haben Fans, Designer schießen die Tore oder werden auf die Ersatzbank verbannt.

Loic Prigeant sagte vor Kurzem bei einem Screening seines Dokumentarfilms “Marc Jacobs and Louis Viutton” am FIT, dass all die Modehäuser in welchen er gefilmt habe (Chanel, Dior, Lanvin u.a.) noch heute vom geist ihrer Gründer erfüllt seien: bei Chanel besipielsweise herrsche eine genauso gemeine Stimmung wie die der Gründerin, die ihre Angestellten des Morgens auf Toilette inspizierte und Streikende feuerte.
Marc Jacobs habe Glück gehabt, so Prigent weiter, denn Louis Vuitton habe keinen Mythos um seinen Gründer, er habe den Raum, sich dort zu entfalten.
Die Geister der Vergangenheit scheinen die Branche, die das Morgen ausstattet, zumindest in Europa, fest im Griff zu haben.

chanel.jpg
Coco Chanel. Foto via loveisspeed.

Carla Sozzani, Chefredakteurin der Vogue Italia, von Le Monde gefragt, warum Italien seit Dolce & Gabbana keine neuen Modehäuser mehr hervorgebracht habe, erklärte ihre Sicht der Dinge folgendermaßen: “Die jungen Designer heute haben keine Lust zu leiden. Sie wollen lieber von den großen Gruppen für einen glorreichen Posten angeworben werden, anstatt sich selbständig zu machen. Valentino, Armani, Dolce & Gabbana haben es geschafft, weil sie etwas ausdrücken wollten und sie haben für ihr Ziel gearbeitet.
Man kann es eine Art von Egoismus nennen, wenn man nicht für seine Kunst leiden will, oder?”

Eines steht fest: die Modeindustrie hat sich gewandelt, seit sie von Konglomeraten regiert wird, und diese herrschen gerne alleine. Allentscheidend sind Umsatzzahlen und das Image. Die Mode – zwar immer schon eine Industrie der Gebrauchsgüter – scheint ihre Verankerung in der Kunst zu verlieren.
Eine Frage bleibt jedoch: wo wäre die Kunst – beziehungsweise die Mode – heute, ohne das Leid und die Freiheit ihrer Künstler?

The Evolution of the Supermodel: The Runway as Spectacle

Critical Thinking, Fashion, Theory 14/11/2011

The development of the fashion show, with in-house models posing for customers as early as 1850, until today’s catwalk craze is a long and meaningful story. I have picked out some quotes from Caroline Evans‘ article The Enchanted Spectacle, and I’ll try to sum it up for you guys.

The fashion show has played a key role in the development of the modern fashion industry. From approximately 1900, fashion shows began to be staged in couture houses and department stores and as charity fund-raising events in Britain, France and the USA. As „the theatricalisation [sic] of fashion marketing“ par excellence (Kaplan and Stowell 1994: 117) the fashion show also has a relationship to art, theater and film; to consumerism; and to the commodification and eroticization of the female form in mass culture; in short, to the wider formations of gender, image, desire and commerce in the twentieth century. Weiterlesen

Das weiße T-Shirt

Fashion, Lifestyle 25/03/2011

Das weiße T-shirt ist einer der wenigen Klassiker unter den Kleidungsstücken. Jeder besitzt eines, und wenn nur um darin zu schlafen. Und das perfekte weiße Shirt zu finden ist beinahe genauso schwer, wie eine perfekte Jeans zu finden.

Das weiße Shirt ist ein sehr mehrdeutiges Stück. Zum einen sagt es: „ich bin gar nicht da“ oder „Nur ein weißes Shirt“, es ist ein Basicteil, das dennoch sehr viel Aussagekraft hat, zum anderen kann es sehr sexy sein, und in den 50ern stand es gar für Rebellion, wenn James Dean es trug. Unten findet ihr ein Video über das gute Teil aus der Reihe „Anatomy of a Closet“Weiterlesen

100 Jahre Internationaler Frauentag

Critical Thinking 08/03/2011

Wie weit sind die Frauen seither gekommen? Zweifellos ist viel passiert. Frauen arbeiten heute in allen Branchen und auch in allen Branchen (wenn auch noch vereinzelt) in Führungspositionen. Wir dürfen wählen, haben die gleichen Rechte wie Männer (auf dem Papier – im Gegensatz zu den Frauen in den USA, die ihr equal rights amandment immer noch nicht durchsetzten konnten) Frauen „dürfen“ (ich setze dürfen in Anführungszeichen, weil es impliziert, dass uns etwas erlaubt wird, und keiner hat uns schließlich jemals rechtmäßig etwas verbieten dürfen, also kann Mann den Frauen jetzt auch nichts erlauben, was nicht sowieso unser Recht sein sollte – falls mir jetzt noch jemand folgen kann) abtreiben, arbeiten gehen ohne unseren Ehemann um Erlaubnis zu bitten, wir „dürfen“ selbst entscheiden ob wir Sex haben wollen, auch in der Ehe; „dürfen“ auf die Uni, Abschlüsse machen und noch einiges mehr. Das ist viel in hundert Jahren, bedenkt man die Strukturen, die aufgebrochen werden mussten. Aber genug ist es nicht – seht selbst.  Weiterlesen

Politik und Mode: die Sprache der Accessoires

Critical Thinking, Fashion 21/02/2011

Madeleine Albright zeigt uns in diesem TED-Talk einen herrlich ironischen Umgang mit der Macht der Mode. Dass Mode Kommunikationsmittel ist, ist ja nichts neues – der Einsatz durch die Ex-Außenministerin der USA ist allerdings beispielhaft. In ihrem Buch „Read my Pins. Stories from a Diplomat’s Jewel Box“ und der Wanderausstellung ihrer Broschen lassen sich die Geschichten der Schmuckstücke nachlesen und bewundern.

Eine charakterstarke, mutige und sehr unterhaltsame Frau, seht selbst!

Weiterlesen

Schuhe und Fetisch

(Pop)culture, Critical Thinking, Fashion 07/02/2011

Frauen wie Männer geben gerne spaßeshalber mit ihrem „Schuhfetisch“ an. Dies heißt in ihrem unbedarften Umgang mit dem Wort, dass sie mehr als drei Paar Schuhe zuhause stehen haben und gerne neue kaufen.

Die Geschichte des echten Schuh- und Fußfetischismus und die des High Heels jedoch ist eine lange und teils schmerzhafte, vor allem aber eine ambivalente. Der Schuh, insbesondere der High Heel hat mehrere Bedeutungswandel durchgemacht, war ursprünglich für Männer gedacht und drückte Stand und Herkunft aus, diente später als Unterdrückungs- sowie als Befreiungswerkzeug für Frauen, und ist auch heute noch ein heiß debattiertes Thema, zu dem jede Frau und jeder Mann eine Meinung hat (die könnt dann hier ihr gerne loswerden!)

Weiterlesen